Zu Beginn traf sich der 2-stündige Geschichtskurs von Frau Kuwert-Oesterle am Karlsruher Hauptbahnhof, der gleichzeitig auch die erste Station war. Dabei sollten wir uns in die Situation einer jüdischen Familie hineinversetzen. An dieser ersten Station bekamen wir Informationen über die ersten, zunächst noch „geheimen“ Deportationen der jüdischen Bevölkerung in Arbeitslager. Diese wurde zuvor schon immer weiter aus der Gesellschaft ausgegrenzt. Ungefähr 900 Karlsruher Bürger wurden mit Zügen vom Hauptbahnhof aus Deutschland in den Süden Frankreichs , in das Lager GURS, gebracht. Dort lebten sie in menschenunwürdigen Verhältnissen, wobei viele der aus Deutschland deportierten Juden zu Tode kamen.

Die zweite Station war der Marktplatz, auf dem im November 1938 weitere jüdische Bürger öffentlich bloßgestellt wurden. Damit wollte man diese erschrecken und verjagen. Außerdem wurden in der Reichspogromnacht 1938 zwei Synagogen in Karlsruhe in Brand gesteckt.

An der dritten Station am Schlossplatz, bekamen wir Informationen über den Juni 1933. Zum Fest der Sonnenwendfeier wurden Bücher von jüdischen, kommunistischen und auch regimekritischen Autoren vor dem Schloss in einem großen Feuer verbrannt.

Die vierte und letzte Station war das Kaufhaus Karstadt an der Kaiserstraße. Dort konnte man noch einmal die Verdrängung und die Boykottierung jüdischer Kaufhäuser erkennen (Arisierung). So war dieses Kaufhaus früher in dem Besitz der Familie Knopf, die gezwungenermaßen ihr „Familienimperium“ verkaufen mussten, um in die Sicherheit fliehen zu können. Dies geschah ebenfalls im Jahre 1938.

Mit dieser interessanten und kurzweiligen Führung bekamen die Schüler des Geschichtskurses ganz neue und eindrückliche Impressionen von dieser dunklen Zeit unserer heute so weltoffenen Stadt Karlsruhe.  

Text und Bild: KUW